Das Spiel der vertanen Chancen

Findorff II zeigt sich nicht als geschlossene Mannschaft - Knappe 3,5:4,5-Niederlage gegen Werder IV

 

Eingetroffen in der Schulmensa in der Hemelinger Straße konnten wir feststellen, dass wir mit unserer Aufstellung der Aufstellung der Werderaner durchaus das Wasser reichen konnten. Nachdem allen das im Frühjahr stattfindene Mentz-Memo ans Herz gelegt wurde, konnte es losgehen.

Das erste Ergebnis traf schon recht früh ein. Nach nicht einmal zwei Stunden einigte sich Manfred Wardenberg an Brett 5 spielend mit seinem Kontrahenten Oliver Schindler auf Remis und hatte damit richtig Glück. Beide Seiten verblieben mit all ihren Schwerfiguren und 7 Bauern, doch hätte Oliver Schindler problemlos erst die e-Linie und dann die zweite Reihe besetzen können und hätte somit klaren Vorteil erlangt. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Bretter noch sehr unklar, nicht jedoch die Stellung an Brett 2 zwischen Werner Oswald und Arthur Szczap. Werner hat aufgrund einer ungünstigen Figurenaufstellung eine Qualle spucken müssen und damit versucht noch ein wenig Spiel zu bekommen. Der Junior der Werderaner spielte seine Stellung aber souverän und konnte siegen, sodass Werder IV mit 1,5:0,5 in Führung ging. Währenddesen tänzelten die Läuferpaare von Edu Mantei und Michael Quass über das Brett Nr. 4. Letzterer vertanzte sich jedoch mit seinen Leichtfiguren, verlor Material und musste dann aufgeben. Am letzten Brett gab es dann allen Grund zum Staunen. Ruzbeh Dehbozorgi, der seine Züge im Eiltempo ausführte, bekam eine leicht schlechtere Stellung, gab auf und verließ uns aus Termingründen um 12:30 Uhr. Ein ärgerlicher Vorfall in einem Mannschaftskampf. Werder ging somit wieder 2,5:1,5 in Führung. An Brett 6 zeigte Karl-Heinz Luck ein sehr starkes Spiel. Er konnte dem Jungtalent Dimitrij Kollars Paroli bieten und gewann die Partie, da Kollars Junior seinen Springer einkesseln ließ. 2,5:2,5 - Somit schien alles offen.

Ich (Malte Hentrop) bin am Brett 6 zwar gut aus der Eröffnung, habe aber in der Überleitung ins Mittelspiel den Faden verloren. Mein Gegenüber Jens Osmer konnte Druck erzeugen. Mir gelang es diesen erst abzuschwächen und nach einem völligen Blackout meines Gegners ein Gewinnstellung aufs Brett zu bekommen. Genau den entgegengesetzten Verlauf nahm die Partie am Spitzenbrett zwischen Ralf Mulde und Christian Jansen. Der Werderaner bot Ralf ein Remis an. Dieser verzichtete jedoch auf eine Punkteteilung, da er nach seiner eigenen Stellungsbeurteilung deutlich besser stand. Er übersah jedoch eine Mattdrohung seines Gegners und musste seine Pläne ein wenig entschärfen, was zu einer schlechteren Stellung führte. Blagoy Genov hat am zweiten Brett ein Leichtfigurenendspiel mit Mehrbauern aufs Brett zu bekommen. Leider hat er jedoch keinen Gewinnweg gefunden und musste ins Remis einwilligen, während Ralf seine Partie noch verlor.

Ich schien problemlos den Gewinn nach Hause zu fahren, als ich meinte weiteres Rumgeschiebe mir ersparen zu können und ich einen scheinbar schnellen Gewinnweg einschlug. Der bei einem Turmtausch entstehende Freibauer von meinem Gegner war dann aber eine Linie weiter entfernt, als ich es noch auf dem Schirm hatte, was plötzlich zu riesigen Problemen führte. Ich bekam ein schwieriges Studien artiges Endspiel aufs Brett, was nachfolgend angefügt ist.

 

Stellung nach 47. g4 (Osmer, Jens - Hentrop, Malte)

LBvs2B4

Ich habe die Stellung mit Schwarz leider nur noch Remis halten können.

Wer findet den Gewinnweg? (Schwarz zieht nach unten)

Auflösung des Problems durch FM C.D. Meyer auf http://www.werder-schach.de/node/1464