Findorffer Schachfreunde e.V.

Hemmstraße 240, 28215 Bremen, 2. Etage Vereinshaus

Die Damen spielten in Achim eine unglückliche Rolle

Ach2-FSF3

Auch vor dem Mannschaftssieg blickt man in vergnügte Gesichter: v.l.n.r.: Erich, Ralf, Malte, Nils, Helmut, Hartmut, Jan und Felix. Foto erstellt von den freundlichen Gastgebern aus Achim.

Spannend wird so ein Schachwettkampf ja eigentlich erst, wenn nur noch zwei, drei Partien laufen. So war es auch in Achim, wo Findorffs Dritte gegen deren Zweite antrat, oben im ersten Stock der wunderbaren Spielstätte KASCH. Malte Hentrop spielte am zweiten Brett sein gerade noch hauchzart besseres, schwarzes Endspiel gegen Routinier Kurt Fehsenfeld weiter; tatsächlich kam der Weiße auch noch gehörig ins Schwitzen. Oder er tat nur so.
Zu diesem Zeitpunkt stand es noch 3:2 für die Findorffer, nachdem Ralf Mulde, Erich Casties und Helmut Perrin ihre Partien mehr oder weniger souverän, unter gelegentlich nützlicher Mithilfe des Gegners, in Viktorias Hafen des Sieges segeln und dort auch sicher vertäuen konnten. Auch hier soll so manche Dame eine Rolle gespielt haben, die mal hier abhanden kam oder mal dort den eigenen Absichten zum Durchbruch verhalf. Es war eben ein Damentag.

Ausgerechnet die beiden Hoffnungsträger, die Jüngsten im Team, konnten diesmal nicht das auf die Platte zaubern, was die Schachwelt erwartete ( ;-) ); Jan Klüver und unser Debütant Nils Bormann gaben leider jeweils den vollen Punkt ab.

Bei Jan war eine recht unglückliche gewählte Aufstellung der Dame Ursache des Übels; zwischen Fesselungen, Abzügen und anderen widerlichen Tricks ging die Partie eben einfach über die Wupper. Schon bei Ralf Muldes Begegnung mit Thomas Becker war vor allem ein schwarzer Damenzug Auslöser der folgenden Probleme, die sich überraschend schnell verdichteten, wie das ja häufig bei Problemen der Fall zu sein pflegt, die von Damen hervorgerufen werden.

Schade war es um die Partie von Nils Bormann am achten Brett, der sich von der stürmischen Spielweise seines am Nebenbrett mit jugendfrischem Schwung angreifenden Kapitäns nicht anstecken ließ, sich ruhig und besonnen aufbaute, seine Figuren auf nützliche Plätze stellte, einen durchdachtes Arrangement seiner Steine zeigte und auch seine Bedenkzeit gut ausnutzte, statt überhastet zu ziehen.

Letztlich scheiterte das Ganze dann doch an einem taktischen Übersehen, das sich aber mit mehr Routine schon bald so nicht wiederholen wird. Es gibt viele, die davor warnen, dass Jugendliche und Kinder verstört werden könnten, wenn sie in solchen Begegnungen zu Beginn einige Niederlagen erleiden. Dieser Meinung bin ich deutlich nicht; das mit den Niederlagen wird sich mit wachsender Spielpraxis gerade gegen gute Spieler rasch legen - man muss eben nur dran bleiben! Wir sind froh, dass Nils und Jan bei uns spielen.

Felix Lanfermann hatte es im 20.Zug fertig gebracht, a l l e   seine weißen Figuren (wieder) auf der Grundlinie zu postieren, allerdings waren die des Gegners auch auf dessen eigene Bretthälfte beschränkt. Ansonsten tummelten sich noch einige Bauern auf der Platte, wobei die schwarzen recht löchrig und zum Teil verdoppelt aufgestellt waren. Insgeamt also leichter Vorteil für unseren Filigran-Techniker am dritten Brett.

Kapitän Hartmut Flasche-Alke setzte an Brett 7 an, unsterblich zu spielen, opferte die (na, was wohl ...) Dame, stellte fest: das reicht noch nicht; donnerte also noch einen Springer hinterher, ... als der Pulverrauch sich lichtete und der Gegner sich (empörend, so was!) ärgerte, dass die Dame zunächst nicht weiter ausrichten konnte, fand sich unser Häuptling mit 2 Türmen gegen die Dame und den verbliebenen schwarzen Turm, zwar etwas untermotorisiert in einer Stellung wieder, in der seine beiden Türme auf der 7. Reihe mit dem auf h8 eingeklemmten schwarzen König kurzen Prozess machen konnten. Der Gegner hätte sich nur noch ins Remis retten können, wenn er sein Turm auf f8 seinem Herrn etwas Platz gelassen hätte. So geschah es dann doch noch, dass Findorff an diesem Brett einen gewiss recht glücklich (aber auch mutig!) errungenen Punkt entführen durfte.

Damit hatten wir nun schon gesiegt, weil Malte Hentrop derweil das Remis vereinbart hatte, so dass die fortgesetzten Gewinnversuche von Felix Lanfermann vollkommen gerechtfertigt waren. Aber irgendwann war dann eben doch mal die Luft raus ... dem Berichterstatte wurden ständige Berichte zugetragen, dass nun gerade dieser, dann wieder sein Gegenüber einen groben, nun total entscheidenden Fehler begangen habe, was dann schon Minuten später von denselben korrigiert wurde, nein, wohl doch remis, aber jetzt hat er ja doch noch ... Radio-Berichte von Sabine Töpperwien über "Kickers Daddeldü" gegen "Wacker Knuddelbach" könnten nicht wirrer sein.

Tatsächlich entstand nach manchen Irrungen und Wirrungen, die Fontane nicht besser hätte ersinnen können, die Position mit Weiß am Zug und Kf3, Se2 / g3, e4, a3, c3, b4 gegen Kd6, Lg5 / b5, c6, e6, h5. Obwohl also auf der schwarzen Bauernseite schon einer zu viel seinen tapferen Vorgängern von Stedingen nachgefolgt war, ist die Partie dennoch nicht zu gewinnen. Das sah Felix irgendwann auch so und so fuhren wir mit einem glatten Sieg in der Tasche und mit einem netten Sonntag im Gedächtnis zurück nach Bremen.