Findorffer Schachfreunde e.V.

Hemmstraße 240, 28215 Bremen, 2. Etage Vereinshaus

Tisch zerbrochen, nicht mitgeschrieben :

Am Ende vier zu vier in Thedinghausen

Wenn man mit sechs Spielern anreist, kann man sich über ein erzieltes Unentschieden kaum beschweren, schließlich wurde gegen Thedinghausen, die unter dem Pseudonym Achim-3 in der B-Klasse antreten, ein Findorffer Achter erwartet. Aber wie das Leben so ist ... auch bei unseren Partnern fehlte ein Spieler, noch dazu mit dem 1700er Wolff der nominell stärkste Mann im Kader, so dass wir also den Wettkampf im "Verdener Land", das allerdings bis 1972 zu Braunschweig gehörte und den Welfenlöwen im Wappen hat, mit 2-1 für Achim-3 starteten. Die anderen Findorffer Teams mussten wohl auch in Minderzahl antreten: Grippewelle in Deutschland.

In einer interessanten Begegnung an Brett 2 eroberte Jan Klüver einen weißen Bauern, musste dafür aber nach der unangenehmen Fesselung seines Königsspringers zulassen, dass sein Schachpartner die Festung um den schwarzen König richtig übel zurichtete. Des Gegners Schwerfiguren zogen in diesem Bereich drohend auf, und so war es nur vernünftig von Jan, ins Remis einzuwilligen. Man kann inzwischen sagen, dass Jans Spiel dem gesamten Team einige Stabilität verleiht.

Derweil gewann Ralf Mulde an Brett 1 eine eher ungewollt ziemlich wilde Partie, deren Turmopfer in frühestem Stadium sich zu Ralfs Überraschung aber auch in der Analyse als völlig korrekt erwies. Zur allgemeinen Belustigung zeigten Helmut Perrin und sein Brettpartner einige Neigung, sich während (!) der Partie angeregt über Privates auszutauschen. Ein nettes Remis-Angebot vom Findorffer wurde dabei zwar nicht überhört, aber ausgeschlagen, so dass es also weiter 2,5-2,5 stand, natürlich für uns.

Leider, leider musste unser an diesem Tag letztes Brett 6 nach einer bis auf die allerletzte Phase total überzeugenden Partie die Waffen - also die Springer - strecken. Nils Bormann hatte wirklich gut gespielt und sich planvoll und überlegt aufgebaut. Am Ende hat's leider nicht ganz gereicht, der Damenflügel wurde aufgerubbelt wie ein Wollknäuel - aber Nils muss wiederkommen, es war schön, ihn spielen zu sehen.

Weil Turmendspiele angeblich immer remis sind und das von Helmut es auch tatsächlich war, in dem der gegnerische Mehrbauer gegen Helmuts Figurenaktivität eine perfekt austarierte Balance ergaben, trennten sich die zwei beiden also im Unentschieden. Damit also 3,0-2,0 für die "Teddys" aus Thedinghausen. Gleichsam zur Feier des Tages brach unter einer leichten, geradezu zärtlichen Berührung von Helmut Perrin einer der Tische der Thedinghauser mit ihm zusammen, jedenfalls der ausgeklappte Teil. Zum Glück wurde nur der Tisch ernsthaft beschädigt. Zumindest sind das noch erheblich bessere Spielbedingungen als jene, von denen man so hörte, als in einem Spiellokal die Heizung ausgefallen war, das anreisende Team bei wohl 16°C natürlich nicht spielen wollte - und der Landesspielleiter (vielleicht ein Fan der Bremerhavener Eishockey-Kultur) dafür kein Verständnis fand und den Wettkampf mit 8-0 für die Hausherren aus der Kühltrühe entschied. Sachen gibt's in Bremen ... "

In der Partie Intemann - Casties fiel irgendwann beiden Artisten auf, dass sie erstens beide nicht mitgeschrieben hatten (was natürlich von jedem ein klarer Regelverstoß ist) und dass sie zweitens auf diese Weise Mühe hatten, eine mögliche dreifache Stellungswiederholung zu beweisen. Die Notation bzw. die Partie zu rekonstruieren, war nicht möglich, weil es in Thedinghausen z. Zt. nur einen kleinen Spielraum gibt und die nun mal nötige Verständigung über die Zugfolgen an einem Extra-Brett andere unzumutbar gestört hätte und auch räumlich schwer möglich gewesen wäre. Also beschloss Erich Casties, unser wie immer beherzt zugreifender "what you see is what you get" Spieler, die Partie mit seinem erbeuten Mehr-Läufer unter Umgehung aller Dauerschachs zu gewinnen, was ihm dann auch irgendwann gelang.

Jetzt war nur noch der "chef de la mission", unser Kap'tän Hartmut Flasche-Alke, am Brett aktiv. Es war eine Partie mit dem berühmten "wechselvollen Verlauf", in der das Remis am Ende ein eigentlich gerechtes Ergebnis war. Hier gab es eine jener Geschichten der "Irrungen und Wirrungen", wie sie wohl nur das Amateurschach schreiben kann - übrigens auch in die Bücher der fleißig mitratenden Kiebitze. Manch einer sah den Sieg für den jeweils Seinen nun schon endgültig realisiert – das zeigte auch die Besprechung der Partie beim Trainingsabend in Findorff -, als tatsächlich das Remis so tot war, dass auch kräftige Wiederbelebungsversuche der Partie durch beidseitige Fehler nichts mehr am Ergebnis ändern konnten. So stand's am Ende so ähnlich wie am Anfang, nämlich Unentschieden: 4-4.

Nein? Nein! Leider nicht. Da an Brett 8 keiner gespielt hat und die beiden Nichtse 0 : 0, kam nur ein 3,5 : 3,5 nach den ganzen Mühen dabei heraus. Und das heißt laut Turnierordnung LSB 0 : 0, was die Mannschaftspunkte angeht.

Beide Mannschaftsführer waren zu ehrlich – oder soll man sagen: zu duselig? - an Brett 8 Grefe gegen Lysenko remis spielen zu lassen und so das zählbare Unentschieden zu erzielen, das Ralf gesehen hat. Eigentlich ist die TO des Landesschachbundes Bremen geradezu eine heimlich Aufforderung zu solchen Schummeleien – gibt's nicht gibt's nicht.

Und nun brauchen wir über den Aufstiegsplatz nicht mehr nachzudenken; denn Nord 3 und Osten 2 (nach Brettpunkten) liegen uneinholbar vor uns, selbst wenn wir Leherheide mit eigenen 2 Siegen und der Hilfe von Nord 3 noch hinter uns lassen können.

(Ralf Mulde und Hartmut Flasche-Alke)

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