Mentz-Memo: Jungstars setzten Schachmeistern zu

Zehnjähriges Supertalent Schnellschachzweiter hinter Carlstedt

Der Internationale Meister Jonathan Carlstedt ist neuer Bremer Schnellschachmeister. Carlstedt gewann souverän das Burkhard-Mentz-Memorial-Turnier der Findorffer Schachfreunde, bei dem der Schnellschachmeister ermittelt wird. Am Sonnabend (26.3.) blieb Carlstedt, der beim Schach-Bundesligisten Werder Bremen als Trainer arbeitet, in allen neun Partien unbesiegt, gewann achtmal und musste sich nur einmal mit einem Remis begnügen. Standesgemäß hatte der nach der Papierform haushohe Favorit eineinhalb Punkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Hussain Besou vom LSV Turm Lippstadt.

Dennoch war es Besou, der im Mittelpunkt des Interesses beim Mentz-Memorial stand. Denn das Kind einer syrischen Flüchtlingsfamilie ist gerade einmal zehn Jahre alt. „Schachlich hat der Zehnjährige aber bereits das Niveau eines erfahrenen Turnierspielers erreicht“, zeigte sich Turnierleiter Frank Schindehütte beeindruckt. Und der Findorffer Jugendtrainer Malte Hentrop ergänzte: „Hussain ist ein Angriffsspieler wie die meisten Jugendlichen, aber er kann sich auch zäh verteidigen und setzt kleine Stellungsvorteile mit unerbittlicher Technik in sichere Siege um.“ Kein Wunder: Der Lippstadter ist Deutscher Meister der U 12 und sogar Dritter der Weltrangliste in seiner Altersklasse. Seine Aussichten, schon als Jugendlicher Internationaler Meister oder gar Großmeister zu werden, sind groß.

Aber Besou war nicht der einzige Jugendliche, der den gestanden Turnierspielern zusetzte. Auch der 15jährige Max Weidenhöfer vom TuS Varrel mischte ganz vorne mit. Schließlich trennte ihn als Vierter nur ein halber Punkt von Besou. Ebenso wie der Drittplatzierte Tobias Kügel (SK Kirchweyhe), Turnier-Oldie Klaus Rust-Lux (Bremer SG) und Jan Wagner (SK Oldenburg) auf den Rängen fünf und sechs kam Weidenhöfer auf 6,5 Punkte. 

Beste Bremerin unter den drei Frauen beim Mentz-Memorial wurde Gabriele Cammann (SK Kirchweyhe) mit zwei Zählern. Als Bremer Schnellschachmeisterin erhielt sie damit ebenso eine Fahrkarte zur Deutschen Schnellschachmeisterschaft wie Gesamtsieger Carlstedt. 

Bei dem Schnelldenker-Wettbewerb in Findorff hatten die Spieler für jede der neun Partien 15 Minuten Bedenkzeit - plus einer Zeitgutschrift von drei Sekunden pro Zug. Damit saßen sie insgesamt rund sieben Stunden lang an den Brettern. „Das verlangte Konzentration pur“, resümierte Turnierleiter Schindehütte.

Abschlusstabelle

Die Preisträger:

Gesamtsieger und Bremer Schnellschachmeister: Jonathan Carlstedt, Werder Bremen, 8,5 Punkte

Bremer Schnellschachmeisterin: Gabriele Camman, SK Kirchweyhe, 2

Gesamtclassement Platz 2: Hussain Besou, Turm Lippstadt, 7 

Platz 3: Tobias Kügel, SK Kirchweiyhe, 6,5

Platz 4: Max Weidenhöfer, TuS Varrel, 6,5

Platz 5: Klaus Rust-Lux, Bremer SG, 6,5

Platz 6: Jan Wagner, SK Oldenburg, 6,5

Rating TWZ bis 1550 : Patrick Schulz, Loxstedt/Stotel, 5,5

Ratingh TWZ bis 1700: Fasahat Hossein, Hamburger SK, 5,5

Rating TWZ bis 1850: 5,5 Slavko Krneta, Sk Wohlde 5,5

Rating TWZ bis 2000: Atri Jamshit, Hamburger SK, 6 

Senioren: Hugh Dittmas, Bremer SG, 5,5

Jugendliche Jg. 2003 und jünger: Fritjof Worthmann, Werder Bremen, 5,5

Jugendliche Jg. 2009 und jünger: Haakon Pätzke, Findorffer SF, 3 P