Pflichtsieg beim Aufsteiger

FinWest I gewinnt bei Verbandsliga-Aufsteiger Winsen

Der Beginn war holprig, aber dann lief es wie am Schnürchen. Mit einem 5:3-Erfolg beim Aufsteiger SV Winsen holte die „Erste“ der Spielgemeinschaft FinWest zwei wichtige Punkte für den Klassenerhalt und etablierte sich vorerst in der Tabellenmitte der Verbandsliga-Nord, Niedersachsen/Bremen. 

Danach sah es zunächst aus Bremer Sicht aber nicht aus. Karsten Ohl hatte an Brett 7 einen rabenschwarzen Tag. Auch 160 DWZ-Punkte mehr konnten ihn gegen den Winsener Hans-Jürgen Mencke nicht retten. Was zunächst erfolgsversprechend aussah, entpuppte sich als voreiliger Verstoß gegen das Prinzip, die Figurenentwicklung zur Basis eines Angriffs zu machen. Und prompt war es der Bremer, der ins offene Messer lief und nach 20 Zügen matt war.

Zu diesem Zeitpunkt schien der Ausgang des Matches völlig offen. An fast allen sieben verbliebenen Brettern waren scharfe Stellungen mit beiderseitigen Chancen entstanden. Und an Brett 8 sah sich Jethro Bartel einem furchterregenden Angriff des Winseners Roman Schaut ausgesetzt, der dazu zwei Bauern ins Geschäfts steckte. Aber Bartel wehrte sich erfolgreich drehte den Spieß um und quetschte Schauts Dame mit einem Scheinopfer so vor dessen König ein, dass der Winsener Haus und Hof verlor und aufgab. Dennochj stotterte der Bremer Motor noch etwas: An Brett 3 übersah Benjamin Kaufmann gegen Fabian Wienhold eine Abwicklung mit Materialgewinn, so dass das Endspiel bei ungleichfarbigen Läufern im allfälligen Remis endete. Und im gleichen Endspieltyp biss sich kurz darauf Malte Hentrop mit einem Mehrbauer an Brett 6 gegen Julian Zeyn die Zähne aus – also dort ebenfalls remis. 

Aber von da an lief es für FinWest nach Plan: Im Minutentakt endete die restlichen Partien. Am Spitzenbrett setzte Elkhatem abdel Wahab Salih den Winsener Jens-Uwe Riek mit immer neuen Finten positionell und taktisch solange unter Druck, bis Riek ein Fehler unterlief - FinWest ging in Führung. Am Nebenbrett ließ Ingo Veit Schwerfiguren im Zentrum und am Königsflügel aufmarschieren, sein Gegner Andreas Graetsch konterte mit Freibauern-Drohung. Es kam zum Generalabtausch und dem zum Unentschieden. Zeitgleich reichten sich an Brett 4 der Bremer Mannschaftsführer Detlef Ryniecki und Jürgen Holdorf die Hand. Auch dort war ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern entstanden, das niemandem Siegeschancen ließ. 

Die Schlusspointe dann an Brett 5, wo sich der Bremer Uwe Körber nicht um isolierte Doppelbauern scherte und gegen Achim Reiners lieber seinen Angriffskünsten vertraute. Zu Recht, denn Körbers Angriffsdruck nahm Zug für Zug zu, bis ein Schmerzensschrei das Match beendete: Reiners hatte ein einzügiges Matt übersehen und schleuderte seinen ganzen Frust heraus. 

Karsten Ohl