Findorffer Schachfreunde e.V.

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FinWest beim 1,5:6,5 gegen Stade chancenlos

Der Start ging voll daneben. Dass es für die neu gegründete Spielgemeinschaft SG FinWest I in der Verbandsliga Nord Niedersachsen/Bremen schwer werden würde, war schon vor Saisonbeginn allen klar. Ebenso, dass mit dem Landesliga-Absteiger Stader SV ein ganz dicker Brocken nach Bremen kommen würde. Doch die 1,5:6,5-Klatsche für FinWest tat richtig weh, denn sie ging auch in dieser Höhe voll in Ordnung.

 

Völlig von der Rolle war z.B. Karsten Ohl, der sich an Brett 3 in der Pirc-Verteidigung gegen Justus Bargsten schon in der Eröffnung um Kopf und Kragen spielte. Als er in einer verlustträchtigen Stellung dann auch noch eine Mattkombination übersah, lag FinWest nach gut einer Stunde schon 0:1 zurück. Und es ging Schlag auf Schlag weiter: Felix Lanfermann griff an Brett 4 in einer wilden beiderseitigen Angriffspartie gegen Arend Brümmel taktisch daneben (0:2), und Findorffs Uwe Körber passierte an Brett 6 gegen Hauke Utrecht das gleiche.

Trotz dieses 0:3-Rückstands nach gerade mal zwei Stunden ließen die FinWestler beim Betrachten der verbliebenen Stellungen noch nicht alle Hoffnung fahren. Denn der einzige DWZ-überlegene Bremer, Viktor Gesswein, hatte an Brett 2 gegen Tobias Dittmann erst Positions- und dann auch noch Materialvorteil. Und auch die Stellungen von Ali Reza Shabani (Brett 5 gegen Rüdiger Dede) und Malte Hentrop (Brett 7 gegen Christoph Buschmann) schienen auf den ersten Blick chancenreich und gewinnträchtig. Spitzenspieler Christoph Duchhardt stand gegen Lars Buck unter Druck, aber der schien aushaltbar. Und Sören Behrens hatte an Brett 8 gegen Stades Jan Kragge sogar etwas Vorteil, der aber von konkreten Gewinnchancen ziemlich weit entfernt war. Aber unter dem Strich schien es nicht ausgeschlossen, den Rückstand noch wett zu machen und ein 4:4 zu erreichen.

Tatsächlich verkürzte Gesswein schnell zum 1:3. Und auch Behrens fuhr zum Schluss noch einen halben Punkt ein. Doch was die Bremer Mannschaftskollegen bei Shabani und Hentrop optimistisch werden ließ, mündete in Debakeln. Shabani übersah einen siegbringenden Vorstoß seines f-Bauern, verhedderte sich im Zentrum und verlor Haus und Hof. Und Hentrops Druckstellung erwies sich mehr als Schein denn als Sein. Schließlich profitierte nicht er von offene Linien und Diagonalen, sondern sein Gegner. Also Null statt Eins. Da schlug dann nur noch statistisch zu Buche, dass auch Duchhardt dem gegnerischen Druck nicht standhalten konnte, Material verlor und aufgab.

So endete die Premiere von FinWest mit einem vorläufigen (!) Platz als Tabellenschlusslicht. Einziger Trost: Einige vermeintlich starke Teams hatten am ersten Spieltag der Saison Aufstellungsprobleme. Ob das so bleibt und dadurch für FinWest im Kampf gegen den Abstieg später was zu holen ist? Oder hat das Team seinen Dusel in der vergangenen Saison (noch als Findorff I) schon für Jahre verbraucht?

Karsten Ohl