Findorffer Schachfreunde e.V.

Hemmstraße 240, 28215 Bremen, 2. Etage Vereinshaus

Jugendliche mit Topleistung bei Findorffer Schnellschachturnier

Jung jagt alt. So lässt sich das Ergebnis des traditionellen Schnelldenker-Turniers der Findorffer Schachfreunde zusammenfassen, bei dem 75 Spieler im ehemaligen Kellogg’s-Verwaltungsgebäude in der Bremer Überseestadt antraten. Am Ende langte es für die beiden etablierten Favoriten zum Titelgewinn, aber die Meister von morgen waren ihnen dicht auf den Fersen.

 

Nur 15 Minuten Bedenkzeit hatten die Spieler zu Beginn jeder der neun Partien auf der Uhr. Hinzu kamen drei Sekunden Bonus für jeden Zug in dem Wettkampf, mit dem die Findorffer Schachfreunde ihres jung verstorbenen Spitzenspielers Burkhard Mentz gedenken. Erwartungsgemäß verteidigte der russische Schachgroßmeister Vladimir Epishin vom Schachverein Lingen mit acht Punkten aus den neun Partien seinen Titel als Gesamtsieger des Mentz-Memorials. Da es zugleich als „Offene Bremer Schnellschach-Einzelmeisterschaft“ ausgetragen wird, erhielt auch der beste Spieler des Landesschachbunds Bremen einen Titel. Und so wurde der Internationale Meister Tobias Jugelt von den Schachfreunden Lilienthal Bremer Schnellschachmeister 2019. Auch Jugelt kam auf acht Punkte, aber wegen einer etwas schlechteren Feinwertung langte es doch nur für Platz zwei in der Gesamtwertung, allerdings immerhin einen ganzen Punkt vor dem FIDE-Meister Sven Charmeteau aus Frankreich, der für Werder Bremen spielt.
Aber dann kamen auch schon die jungen Jäger: Der erst 14jährige Collin Colbow und der 2003 geborene Nikolaus Wachinger (beide Werder Bremen) belegten mit je 6,5 Zählern nicht nur die Plätze vier und fünf, sondern sie waren auch die einzigen Spieler, die Großmeister Epishin Paroli bieten konnten. Beide trotzten Epishin ein Remis ab und machten dem gesamten Teilnehmerfeld klar: Hier bahnt sich ein Generationswechsel an.
Wie groß allerdings die mögliche Altersspanne für Erfolge im Turnierschach sein kann, machte Manfred Hermann von Schachklub Oldenburg deutlich: Trotz seiner 77 Lebensjahre mischte der Internationale Meister wieder weit vorne mit und wurde mit 6,5 Punkte nur nach Feinwertung Siebter hinter David Höffer (Delmenhorster Schachklub). So ist es fast schon eine Selbstverständlichkeit, dass Hermann seit Jahren den Sonderpreis für den besten Senioren (Ü 60) mit nach Oldenburg nimmt.
Überraschend dann wieder das Abschneiden von Felix Lanfermann von den gastgebenden Findorffer Schachfreunde. Dem Verbandsliga-Spieler gelang es, in die Phalanx der internationalen Titelträger einzubrechen und mit sechs Punkten als Zwölfter einen Sonderpreis zu erlangen. Damit schnitt Lanfermann sagenhafte 15 Plätze besser als der nächste Vertreter seiner Spielstärke-Klasse ab.