FinWest I legt in Dannenberg Grundstein zum Klassenerhalt

Das war ein Saisonauftakt nach Maß. Mit einem 5,5:2,5-Erfolg in Dannenberg legte die „Erste“ der Spielgemeinschaft Findorff/Bremen-West schon im ersten Spiel den Grundstein zum Klassenerhalt in der Verbandsliga Nord Niedersachsen/Bremen. Denn dem Erfolg im Ostzipfel Niedersachsens bezwangen die Bremer eine der Mannschaften, die ebenfalls nur ein Ziel kennen: den Abstieg zu vermeiden. Und mit 2,5:5,5-Niederlage kamen die Gastgeber sogar noch glimpflich davon.
Dabei sah es gleich nach Spielbeginn gar nicht gut für FinWest aus. Bejnamin Kaufmann ließ als Schwarzer an Brett vier von Dannenbergs Steffen Rudolph in einer besonders scharfen Varianten des Evans-Gambits überrumpel und stand noch in der Eröffnung nackt im Wind: Bauer weg, Rochade kaputt, König exponiert, Entwicklungsrückstand. War dieses Desaster zu überleben?


Für Beruhigung bei den Bremern sorgten Minuten später Viktor Gesswein (Brett drei gegen Bernd Westerkowsky) und Uwe Körber (Brett sechs gegen Hans-Peter Berger). Irgendwie ähnelten sich beide Partieverläufe: Beide hatten durch offene Turmlinien Druckstellungen, beide setzten ihre Stellungsvorteile konsequent im Zentrum um und gewannen Material. Und prompt drehte sich ein drohender Rückstand in eine 2:0-Führung für FinWest. Als Detlef Ryniecki dann noch an Brett sieben gegen Michael Huve remisierte (und nach zunächst besserer Stellung damit gar nicht zufrieden war) griff Karsten Ohl an Brett fünf bei einem überraschenden und angesichts des Rückstands der Dannenberger nicht ganz plausiblen Remisangebot seines Gegners Norbert Matzen trotz kleinen Stellungsvorteils dankbar zu. Denn nun führten die Bremer schon mit 3:1.
Und alles lief für FinWest weiter nach Plan: Zunächst setzte Malte Hentrop seine bessere Stellung an Brett acht gegen Hermann Schmitz in einen Angriff um, dem der Dannenberger nichts entgegensetzen konnte. Und ganz vorne überspielte Christoph Duchhardt in einer komplizierten Stellung Uwe Grimm. Dann fuhr Duchhardt die Ernte mit einer schönen Kombination am arg kompromittierten Königsflügel ein und der Bremer Mannschaftssieg stand fest.
Den Schlusspunkt setzten zwei Überraschungen: Kaufmann zeigte eindrucksvoll, dass eine Verluststellung noch nicht zwangsläufig den Partieverlust bedeutet. In seinem Überlebenskampf wehrte er zunächst den Königsangriff ab, rettete sich in ein Turmendspiel, holte sich einen Minusbauern zurück und stoppte den gegnerischen Freibauern seines konsternierten Widersachsers. Remis! Nun erwarteten alle einen Kantersieg der Bremer mit 6,5:1,5, denn Ingo Veit hatte sich an Brett zwei gegen Stephan Schebnitz in verzwickter Stellung einen Qualitätsgewinn erspielt. Aber In der fünften Spielstunde verlor Veit den Faden. Selbstbewusst lohnte Schebnitz sogar Veits Remisangebot ab und konfrontierte ihn statt dessen mit einer eigentlich leicht durchschaubaren Falle. In diese tappte der Bremer allerdings und schon waren „Qualle“ und ein Bauer weg. Das Endspiel war nicht zu halten, und so gab es für Dannenberg noch Ergebniskosmetik. Aber der nun nicht mehr ganz so glanzvolle Erfolg mit 5,5 Punkten konnte die gute Laune der FinWestler auf der 200 Kilometer langen Rückreise nicht trüben.

foto finwest 1

Das Verbandsligaaufgebot von FinWest in der Saison 2019/20: (sitzend von links nach rechts): Viktor Gesswein, Benjamin Kaufmann, dahinter stehend: Christoph Duchhardt, Uwe Körber, Ingo Veit, Malte Hentrop, Karsten Ohl, Detlef Ryniecki.


Karsten Ohl