Findorffer Schachfreunde e.V.

Hemmstraße 240, 28215 Bremen, 2. Etage Vereinshaus

Verbandsliga Nord: FinWest I 4:4 gegen Bremer Osten


Die Spielgemeinschaft FinWest schlägt sich weiter wacker in der Verbandsliga Nord Niedersachsen/Bremen. Allerdings musste sich FinWest I gegen die Nachbarn von den Schachfreunden Bremer Osten mit einem Unentschieden begnügen. Das war ein wenig enttäuschend, denn nach gut zwei Stunden Spielzeit hatte es noch nach einem klaren Sieg der Gastgeber ausgesehen.


Die erste Aufgabe hatte FinWest organisatorisch bravourös bewältigt, nämlich sich durch eine Grippewelle zu lavieren und in starker Besetzung vollzählig an den Brettern zu sitzen. Auch der zweiter Schritt, nämlich ein Sieg gegen den Bremer Osten schien bald greifbar. Kein einziges Brett gab zunächst Anlass zur Sorge bei den Gastgebern. Selbst der gesundheitslisch angeschlagene Christoph Duchhardt hielt ganz vorne gegen Thomas Jonnek alles in der Waage. So gab es dort ein schnelles Remis. Gleichgewichtig sah es auch nebenan in der Begegnung von Ingo Veit gegen Thomas Heinsohn aus – trotz eines Plus‘ 150 DWZ-Punkten für Heinsohn. Und darunter folgten prächtige Aussichten für FinWest an den Brettern drei bis acht. Die Spannweite reichte von „bessere Stellung“ bis „klar auf Gewinn“. Dass die drei letzten Bretter dann allesamt kippten und trotz höherer DWZ-Zahlen in Niederlagen mündeten war nicht zu erwarten: zunächst erwischte es Malte Hentrop, der an Brett acht gegen Ronald Fleck ein simples Grundlinienmatt übersah. Dann drang Uwe Körber an Brett fünf mit einem vehementen Königsangriff gegen den Bremen-Ostler Horst Genath nicht durch. Und da Körber einen Bauern geopfert hatte, ging der Punkt schließlich an Genath. An Brett sieben erwischte es Detlef Ryniecki. Dem FinWestler unterliefen in einer Traumstellung gegen Mohammed Yavarpoor mehrere Ungenauigkeiten, die in der Summe zum Verlust führten.
Also mussten die mittleren Bretter dafür sorgen, dass die Karre von FinWest nicht im Schlamm versank. Und das gelang Viktor Gesswein (an Brett drei gegen Okyar Kizilirmak), Benjamin Kaufmann (Brett vier gegen Maxim Masehin) und Karsten Ohl (Brett fünf gegen Timo Block) gleichermaßen mitleidlos. Gesswein zeigte, dass man gewinnt, wenn man das Zentrum beherrscht, Linien öffnet, Diagonalen besetzt und als Ernte Material einsackt. Kaufmann nutzte Ungenauigkeiten seines Widersachers zu Materialgewinn im Mittelspiel, während Ohl kleine Vorteile in der Eröffnung kontinuierlich ausbaute, bis sein Gegner unter Dauerdruck eine Springergabel übersah, die dem Findorffer die „Qualle“ und schließlich mehrere Bauern einbrachte. Das ergab 3,5:3,5 in der Zwischenbilanz. Die Entscheidung musste also an Brett zwei fallen, wo Veit nach einem Fehler bei der Zug-Abfolge ein Bauer abhanden gekommen war. Doch der Chef des SK Bremen-West hielt das Endspiel dennoch remis und fuhr mit dem halben Punkt seinen ersten Saisonerfolg ein. So wurde aus dem erhofften Mannschaftssieg immerhin noch ein Unentschieden.
Karsten Ohl