Findorffer Schachfreunde e.V.

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Ungefährdeter Verbandsligasieg für FinWest I gegen Niederelbe


Das war ein perfekter Sonntag. Mit einem nie gefährdeten Heimerfolg gegen die SG Niederelbe entledigte sich die SG FinWest aller Sorgen um den Klassenerhalt in der Verbandsliga Nord Bremen/Niedersachsen. Sogar die Höhe des Sieges entsprach dem Verlauf der Begegnung: das 6:2 ging auch der Höhe nach in Ordnung.


Dass sich das Punktekonto der Bremer füllen würde, deutete sich schon bei der Begrüßung an: Nur sieben Spieler aus Cadenberge waren nach Bremen-Findorff gekommen. Und so hatte Karsten Ohl an Brett vier schon beim Anpfiff einen kampflosen Punkt sicher. Die tatsächlich gespielten Partien entwickelten sich zunächst beiderseitig solide, doch schon gegen Ende der Eröffnungsphasen hatten Viktor Gesswein (an Brett 2 gegen Arne Joppin), Ali Reza Shabani (Brett 6 gegen Guido Griemsmann) und Detlef Ryniecki (Brett 7 gegen Peter Saphir) deutliche Vorteile, während Uwe Körber an Brett 5 gegen Frank Sturm eine kaum abzuschätzende Stellung mit beiderseits vielen Chancen und ebenso vielen Schwächen zu bewältigen hatte. Wegen des Fehlens des FinWest-Spitzenspielers Christoph Duchhardt schien dem an Brett 1 aufgerückten Ingo Veit ein harter Existenzkampf gegen Axel Buck bevorzusstehen. Doch als Buck französisch eröffnete, griff Veit zur Mutter aller Remisabspiele, der Abtauschvariante. Und prompt kam es ganz oben zur Punkteteilung und damit zu einem Zwischenschritt Richtung Mannschaftserfolg aus Sicht der SG FinWest. Auch an Brett 3 ging es superruhig zu, und folgerichtig einigten sich dort auch Benjamin Kaufmann und Timo Sturm zügig auf Remis.
Da aber hatte sich an Brett acht gerade Kurioses ereignet: Malte Hentrop war als einziger FinWestler am Rande des Abgrunds gelandet. Denn sein Gegner Detlef Wickert nutzte eine Schwäche in Hentrops Zentrums plus einen krassen Fehlzug des Bremers konsequent zu Materialgewinn und Stellungsvorteil aus. Dann aber überzog der Spieler von der Niederelbe seine Gewinnstellung ein wenig und Hentrop konnte sich Remis-Hoffnungen durch eine Dauerschach-Schaukel machen. Das wiederum frustrierte Wickert offenbar so fundamental, dass er zur Hentrops Verwunderung und zum Entsetzen seiner Teamkollegen plötzlich aufgab. Hentrop schlug nach einigen Sekunden verdutzten Zögerns ein und fragte lediglich irritiert "Warum?". Und schon führte FinWest mit 3:1.
Zugleich zeigten Ryniecki und Shabani an den Brettern nebenan, wie man Vorteile in Siege um münzt: Shabani machte das gegnerische Zentrum platt, holte sich dort zwei Freibauern und wandelte einen davon ruckzuck in eine Dame um. Also Punkt für FinWest. Dann Ryniecki: Erst eine Bauernmehrheit am Damenflügel, schließlich zusätzliche Angriffslinien und Diagonalen auf der Königsseite. Und nach einem stillen Turmzug („Der beste Zug der ganzen Partie“, kommentierte der Bremer nach der Partie) hatte Ryniecki ein Luxusproblem: Damengewinn durch einen Läufer oder zwei unterschiedliche Wege zu einem schnellen Matt. Er entschied sich für eine der Mattvarianten, und es stand nun 5:1 für FinWest. Gesswein wickelte anschließend einen Bauernvorteil sachlich und cool in einen vollen Punkt ab. Dabei hätte er den Sieg sogar forciert mit einem spektakulären Läuferopfer erreichen und so noch mehr Applaus von der Galerie bekommen können. Und so war es schließlich nur ein Schönheitsfehler, dass Körber im Brettgewühl einen Bauern verlor, ohne Angriffschancen umsetzen zu können. Denn auch so war das 6:2 der überzeugendste Auftritt von FinWest in dieser Saison.
Karsten Ohl

FinWest I und IV 7. Runde
Erfolgreicher Spieltag: Sowohl FinWest 4 in der Bremer C-Klasse als auch FinWest 1 in der Verbandsliga fuhren klare Siege ein – FinWest 4 (beide vordere Reihen) bezwang die SF Bremer Osten mit 4,5:1,5, FinWest 1 hintere Reihen) siegte gegen die SG Niederelbe mit 6:2.