Findorffer Schachfreunde e.V.

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SG FinWest verliert denkbar knapp in Stade

Mit wenig Erwartungen aber mit guter Stimmung ist die SG FinWest nach Stade gefahren. Man stand vor einem riesigen Universitätsähnlichem Gebäudekomplex und es kam zunächst Ratlosigkeit, ob man denn überhaupt tatsächlich richtig sei. Doch wenig später sind wir dann von einem der Stader Schachspieler abgeholt worden und so haben wir dann doch die Räumlichkeiten aufinden können. Ohne diese Hilfe wären wir aufgeschmissen gewesen!

Die von Stade aufgestellt Mannschaft war wie erwartet nominell her klar favorisiert, Sieht man vom letzten Brett ab, wo unser wiedergekehrtes altes neues Mitglied Ruzbeh Dehbozorghi sogar mehr DWZ aufwies als sein Gegner und vom vorletzten Brett, bei dem jeglicher Vergleich mit Adrian Klabundes Erst-DWZ einfach mal nur absurd ist, hatten unsere Gegner an allen Brettern zwischen 150 und 200 DWZ-Punkten mehr aufzubieten.

Den ersten Schock gab es aus unserer Sicht am sechsten Brett. Dort sah Geomar Martinez sich mit Schwarz gegen Dirk Hilck (1987) mit der ihm noch nicht bekannten Pirc-Eröfnung konfrontiert und fand nicht den richtigen Aufbau und Plan und so rummste schon sehr frühzeitig ein Läufer auf f7 hinein. Die Königsstellung war ruiniert und schon bald tanzten die weißen Springer in die Stellung. Eine wahrlich scheußliche Stellung, die er verwalten musste. aber an die Aufgabe der Aufgabe der Partie dachte er noch nicht und so zeigte er sich weiterhin kampfeslustig. Die meisten anderen Partien waren in der Eröffnungsphase weiterhin unklar. Interessantes spielte sich aber an Brett 1 ab, wo sich Christoph Duchhardt gegen Andreas Hauschild (2194) mit einem frühen positionellen Qualitätsopfer eine interessante und vorteilhafte Stellung erspielte.

Wunderlich waren auch die Ereignisse an Brett 5. Hier verlor Malte Hentrop scheinbar einen Bauern. Dieser erkannte jedoch, dass er hierfür Entwicklungsvorteil bekam. Dies abzuwägen kostete ihn aber schon bis zum zehnten Zug 50 Minuten, da es stets zwischen einer Vielzahl von Kandidatenzügen abzuwägen galt. Anstatt den Bauern zurückerobern zu wollen, entwickelte er sich weiter und bot noch gleich den nächsten an. Und so war verbrauchte sein Gegner nun auf einmal in der Folge 80 Minuten für die nächsten vier folgenden Züge. Eine wahrlich schwer einzuschätzende Stellung entstand.

Nach über zweieinhalb Stunden zeigte sich, dass dies nicht das einzige Brett war, auf dem noch nicht sonderlich Züge gespielt worden waren. Bei jedem zweiten Brett hatte mindestens einer der Spieler bereits Zeitnot. An Brett 6 trat dann schlussendlich das kaum vermeidbare ein: Geomar musste sich geschlagen geben. Die 1:0-Führung der Stader dauerte jedoch gerade einmal eine Minute, denn dann hieß es an Brett 5 „Ich reklamiere auf Zeit“. Dieter Nodorp fand auch im weiteren Verlauf keine zufriedenstellenden Züge und konnte daher seinen zwanzigsten Zug nicht mehr rechtzeitig ausführen. So glich Malte zum 1:1 aus. Keine 10 Minuten später gab auch Adrians noch jugendliche Gegnerin Bente Zöllner (1653) auf. Adrian hatte im Wolga-Gambit nichts anbrennen lassen und ließ Bente zu keinerlei Gegenchancen kommen. Sehr cool runtergespielt von unserem Neumitglied, der wie auch Ruzbeh sein Liga-Debüt gab.

Die leichte Euphorie wurde beim Anblick der restlichen Bretter jedoch etwas gedämpft. Detlef Ryniecki hatte an Brett 4 gegen Tobias Dittmann (1990) mit einem rückständigen Bauern zu leben, der ihm dann schlussendlich auch zum Verhängnis wurde. 2:2 Uwe Körber stellt nach dem 40. Zug eine Bauern ein und musste sogar wenig später in einem Doppelturmendpsiel gegen zwei verbundenen Freibauern kämpfen. Das sah sehr aussichtslos aus. Auch Christoph hat nach dem Qualitätsopfer leider eine Fehlentscheidung getroffen, über die er sich später auch maßlos ärgerte. Der Angriff verpuffte und somit geriet er in ein Endspiel mit einer Qualität weniger und einem eigenen entfernten Freibauern, der irgendwie nicht viel wert war. Bei Ruzbeh schien nicht viel los zu sein und er zog ein Remisgebot in Erwägung, von dem er dann aber dann doch Abstand nahm. Ein interessantes leicht besseres Turmendspiel mit aktivem König hatte Ingo Veit am zweiten Brett gegen Arend Brümmel (2083) aufzubieten, aber an einen vollen Punkte mochte man da auch nicht so richtig. Glauben.

Dann aber doch der Hoffnungsschimmer: Ruzbeh konnte seinen Raumvorteil im Endspiel nutzen um in die gegnerische Stellung einzudringen. Mit einem schönen Ablenkungsmotiv konnte er einen Freibauern bilden und die Partie für sich entscheiden, während Uwe Körber das unvermeidbare nicht abwenden konnte. 3:3 So sorgen die beiden Spitzenbretter Bretter noch für eine packende Schlussphase. Wir brauchten noch einen Punkt für das Mannschaftsremis. Kann Ingo tatsächlich noch gewinnen? Schafft es Christoph sein schlechtes Endspiel noch zu halten? Beides trat leider nicht ein und so musste man sich am Ende der Heimmannschaft aus Stade knapp 3,5:45 geschlagen geben. Trotz alle dem: Mit dieser Mannschaftsleistung sollte man die Klasse halten können!