Verbandsliga: Findorff I holt Pflichtsieg in Breloh

Zwei Mannschaftspunkte im Gepäck bei der Rückfahrt aus der Südheide waren Pflicht für Findorff I, wenn der Klassenerhalt in der Verbandsliga Niedersachsen-Nord/Bremen auch in der Saison 2017/18 wieder gelingen sollte. Und tatsächlich fuhren die Bremer mit einem klaren 5,5:2,5-Sieg aus Breloh zurück an die Weser. Doch der Erfolg war alleiniges Verdienst der vier unteren Bretter. Dort sackten Felix Lanfermann, Uwe Körber und Sören Behrens an den Brettern fünf bis sieben jeweils ganze Punkte ein, Thorsten Ahlers steuerte an Brett acht immerhin noch ein Remis bei.

Ganz anders sah es vorne aus. Zwar gewann Christoph Duchhardt am Spitzenbrett kampflos, weil sein Gegner verhindert war und Breloh praktisch keine Personalreserven hat. Doch diesen Bonus verdaddelten Jake Bokelmann, Viktor Gesswein und Karsten Ohl schon bald - trotz deutlicher DWZ-Überlegenheit. Dass Gesswein an Brett drei und Ohl nebenan immerhin noch mit einem blauen Auge und Unentschieden davon kamen, hatten sie allein dem Respekt ihrer Gegner Stefan Lehmkuhl und Patrick Lützen vor ihrer besseren Papierform zu verdanken. So durften sie sich trotz Minusbauern über Remisangebote ihrer Kontrahenten freuen. "Jake" allerdings traf es voll. Schachspielen vor Sonnenuntergang ist bekanntlich nicht sein Ding. Dennoch sprang Bokelmann wegen der fehlenden Spitzenbretter (Arend Viet, Ilja Bäumler) ein und fuhr mit gen Osten. Aber er geriet angesichts der füer ihn "unmöglichen" Spielzeit prompt auf die schiefe Bahn, bekam eine Bauernstruktur mit lauter Schwächlingen, wehrte sich, aber zu holen war da nichts mehr.

Vorne also nur 2:2 Punkte für Findorff - trotz des geschenkten Punktes.

Dass das Bremer Team dennoch gelassen bleiben konnte, lehrte ein Blick auf die unteren Bretter. Lanfermann sackte gegen Brehlohs Max Rudolph Bauern um Bauern ein, überlebte den dafür als Preis gezahlten Entwicklungsrückstand, offene gegnerische Linien und einen Turm auf der zweiten Reihe, weil die Mehrbauern auch Schutzwall waren. Sein Konter war dann tödlich. Zu gar keinem Zeitpunkt seiner Partie gegen Oliver Meschke musste sich Körber Sorgen machen. Von Anfang an hatte er trotz der schwarzen Steine Entwicklungsvorsprung, Raum und Bauernstruktur auf seiner Seite. Echtes Gegenspiel ließ er einfach nicht zu - der volle Punkt stand nie in Frage. Auch Behrens überspielte seinen Breloher Kontrahenten Oliver Thamm. Um den Königsangriff über die offene h-Linie des Findorffers abzuwehren, musste Thamm einen Springer hergeben. Daraufhin musste Behrens seine Stellung vorübergehend konsolidieren, aber dann sorgte das eroberte Material für den Sieg. Zwischenzeitlich hatte auch Ahlers sich am achten Brett aus dem Abgrund herausgewühlt, in den ihn Alois Kielpinski eigentlich schon gestoßen hatte. Dessen Läufer und Türme wüteten im Ahlers-Lager, doch den auf der Hand liegenden Gewinnzug verpasste der Heidjer. Also ging selbst hier noch ein halber Punkt an die Gäste.

Findorff hat damit aus den ersten beiden Runden die Maximalausbeute von vier Punkten erreicht - trotz jeweiligen Fehlens der eigentlichen Spitzenbretter. Das ist ein solides survival-pack. Andererseits stammt die Beute von den wohl schwächsten Teams der Liga. Die Kirche bleibt also im Dorf.

Karsten Ohl