Findorffer Schachfreunde e.V.

Hemmstraße 240, 28215 Bremen, 2. Etage Vereinshaus

Verbandsliga:Findorff ging gegen Kirchweyhe 0:8 unter

Es kam wie erwartet. Fünf Großmeister und zwei FIDE-Meister bei den Gästen aus Kirchweyhe ließen den Findorffer Schachfreunden in der siebten Runde der Verbandsliga Niedersachsen-Nord/Bremen nicht den Hauch einer Chance. Durchschnittlich war das Team, bei dem Serbokroatisch die Gespräche prägt, um die 600 DZW-Punkte stärker als die Bremer Gastgeber. Lediglich am achten Brett hätte Findorff I realistische Aussichten auf einen Punkt gehabt. Doch eine Stunde vor Spielbeginn kam die SMS von Ali Reza Shabani: "Bin immer noch krank, kann nicht kommen". Und so ging selbst ganz hinten ein (kampfloser) Punkt an den Chef und einzigen Nicht-Titelträger bei Kirchweyhe, Peter Orantek. Aus der erwateten 1:7-Niederlage wurde damit ein 0:8.

 

Erstaunlich war letztlich nur, wie ähnlich die sieben Partien verliefen. Die Profis spulten weitgehend fehlerlos ihre Eröffnungsvarianten ab, den Findorffer Amateuren unterliefen undramatische Ungenauigkeiten. Die Profis erkannten jede Schwäche, nutzen sie präzise und gnadenlos und bauten ihre Vorteile aus. Nach kaum zwei Stunden zeichnete sich das Endergebnis bereits ab. An den drei vorderen Brettern (Christoph Duchhardt gegen GM Hrvoje Stepic, Viktor Gesswein gegen GM Aleksandar Kovacevic, Karsten Ohl gegen Mladen Palac) war der Widerstand trotz struktureller Nachteile teils sogar zäh. So meinten einige Betrachter des Geschehens gar, Ohl hätte aussichtsreiches Gegenspiel gegen den doch so übermächtigen Palac. Doch dem Findorffer war klar: Der Bug der Titanic zeigte längst Richtung Meeresgrund - was so imposant schien, war nur das Gefiedel des Bordorchesters. Kurshalten war längst nicht mehr möglich. Nebenan hatte Felix Lanfermann da schon längst gegen GM Robert Zelcic aufgegeben. Lanfermann war als einziger Bremer bereits nach wenigen Zügen in der (Aljechin)-Eröffnung vollkommen unter die Räder geraten. Mannschaftsführer Uwe Körber stand dagegen zwar lange auf Verlust. Doch die Exekution durch GM Zoran Jobanovic war langwierig. Bei 800 DWZ-Punkten Unterschied immerhin ein kleiner Erfolg für Findorff, nur zählbar ist so etwas nicht.

An den Brettern sechs und sieben hatten Sören Behrens und Malte Hentrop mit Bojan Medak und Srdjan Vernacki zwar "nur" FIDE-Meister als Gegenüber, doch schachlich waren auch das noch Welten. Entsprechend jeweils der Partieverlauf.

Letztlich können dich die Findorffer immer noch mit einem Platz in der Tabellenmitte trösten. Die Aussichten auf Klassenerhalt blieben gut. Jetzt noch ein Sieg bei Tabellennachbar Niederelbe und auch theoretische Abstiegsszenarien sind gegenstandslos.
Karsten Ohl