Findorffer Schachfreunde e.V.

Hemmstraße 240, 28215 Bremen, 2. Etage Vereinshaus

Großmeistersieg bei Schnellschachturnier

Russe Epishin ganz vorn, aber Meistertitel ging nach Lilienthal

Es war ein souveräner Turniersieg, mit dem sich der russische Schachgroßmeister Vladimir Epishin beim Burkhard-Mentz-Memorial der Findorffer Schachfreunde durchsetzte. Der 50jähirge Epishin gewann das neunrundige Schnellturnier (jeder Spieler hatte nur 20 Minuten Bedenkzeit für jede Partie) ungeschlagen und musste sich nur in zwei Partien mit Remis begnügen. In den anderen sieben Partien holte sich der Russe jeweils volle Punkte.

Die Vorentscheidung im Funkhaus von Radio Bremen fiel bereit in der fünften Runde, als Epishin auf seinen niederländischen Großmeisterkollegen Erik van den Doel traf. Zunächst befreite sich Epishin, der in der niedersächsischen Landesliga für den SV Lingen spielt, aus einer unangenehmen Stellung gegen van den Doel, der zwei Klassen höher in der zweiten Bundesliga für die SG Porz antritt. Da schien die Partie des Tages auf ein Unentschieden zuzusteuern. Doch van den Doel, der zu diesem Zeitpunkt ein Remis mehr als Kollege Epishin zugelassen hatte, brauchte unbedingt einen vollen Punkt, um Chancen auf den Gesamtsieg zu behalten. Dabei überspannte er seine Stellung und Epishin zog durch seinen Sieg dem Hauptkonkurrenten davon, obwohl beide nach der Papierform gleichstark eingestuft wurden. Danach ließ er gegen das Verfolgerfeld, das größtenteils aus internationalen Meistern bestand, nichts mehr anbrennen.

Allein der Findorffer Arend konnte sich als Nicht-Titelträger bis kurz vor Schluss in der Spitzengruppe behauptet. Dann jedoch verwies Epishin auch ihn in seine Schranken. Nach einer weiteren Niederlage gegen Andreas Calic von der Bremer Schachgesellschaft reichte es für den enttäuschten Viet schließlich nur zu Platz zwölf im 66köpfigen Starterfeld.

Dritter wurde der Internationale Meister Tobias Jugelt, der für die Schachfreunde Lilienthal in der Verbandsliga Niedersachsen-Bremen spielt. Jugelt erzielte wie van den Doel 7 Punkte und war damit bester Schnellschachspieler des Landesschachbunds Bremen. Da beim Mentz-Memorial traditionell auch der Bremer Schnellschachmeister ermittelt wird, fuhr Jugelt mit dem Meistertitel zurück ins Bremer Umland.

Die Preisträger im Einzelnen:

Gesamtsieg: GM Vladimir Epishin, Lingen, TWZ 2548, 8 Punkte aus 9 Partien

2. GM Erik van den Doel, Porz, TWZ 2557, 7/9

3. IM Tobias Jugelt, Lilienthal, TWZ 2436, 7/9

4. IM Carsten Lingnau, Hellern TWZ 2410, 6,5/9

5. IM Martin Breutigam, Oldenburg, TWZ 2380, 6,5/9

6. Klaus Rust-Lux, Bremer SG, TWZ 2074, 6,5/9

Bester Spieler bis TWZ 2000: Andreas Calic, Bremer SG, TWZ 1980, 6,5/9, Platz 7

Bester Spieler bis TWZ 1850: Peter Bodewees, NL, TWZ 1817, 5,5/9, Platz 13

Bester Spieler bis TWZ 1700: Manfred Wardenberg, Findorffer SF, TWZ 1643, 4/9, Platz 41

Bester Spieler bis TWZ 1550: Jens Nielsen, Bremen-West, TWZ 1511, 3,5/9, Platz 50

Bester Jugendlicher: Ravi Stimaz, Bremen-West, TWZ 1509, 3,5/9, Platz 55

Bester Senior: IM Manfred Hermann, Oldenburg, TWZ 2299, 6/9, Platz 10

Sonderpreis Bester der zweiten Tabellenhälfte: Thomas Hufnagel, Bremerhaven, TWZ 1971, 4,5/9, Platz 34

Alle Einzelheiten über das Starterfeld, den Turnierverlauf und das Endergebnis in den Tabellen (Rangliste und Fortschritt), außerdem eine Auswahl an Fotos.