Findorffer Schachfreunde e.V.

Hemmstraße 240, 28215 Bremen, 2. Etage Vereinshaus

 

FSF stellt wieder zwei Gruppensieger

Findorffer mit gutem Abschneiden in Neubruchhausen


Am 06.06.2009 ging das an Popularität gewinnende Quickstep-Turnier zum fünften Mal in Serie. Mit von der Partie waren wieder die mittlerweile etablierten Turnierspieler Sebastian Wernke-Schmiesing und Malte Hentrop. Desweiteren gesellte sich ein noch eher unbekannter Gast zu der lustigen Reisegruppe. Sebastian Luna, der mit Malte privat schon einige Partie zockte, hat vor Jahren in seiner spanischen Heimat schon Turnierschacherfahrung gesammelt, beim Mentz-Memo teilgenommen und auch schon einmal beim Training der Findorffer vorbeigeschaut.

Noch DWZ-los musste Sebastian Luna gegen wenig erfahrene und junge Schachspieler antreten. In den ersten beiden Runden ließ Sebastian keinen Zweifel an seiner Favoritenrolle aufkommen und gewann leicht und schnell. In der dritten Runde zeigte sein Gegner dann doch merkliche Gegenwehr. Aber auch dieser musste vor Sebastian die Waffen strecken. Somit sprang für Sebastian Luna ein ungefährdeter Gruppensieg heraus. Auch wenn er bei dem Turnier leider kaum gefordert wurde, hat er nun Blut geleckt und beabsichtigt sich den Findorffer Schachfreunden anzuschließen. Ein herzliches Willkommen! Die Findorffer dürfen sich über einen weiteren hoffnungsvollen Neuzugang freuen und setzen ihre Verjüngungskur fort.





Malte Hentrop verzichtete diesmal auf eine erhöhte TWZ und ging mit 1629 als minimaler DWZ-Favorit ins Rennen. Die erste Begegnung spielte Malte als Schwarzer gegen den mit zwölf Jahren noch recht jungen Sportsfreund Steffen Schumann (1541) vom SK Weißer Turm Rastede. Die Eröffnung (Lc5-Spanier) verlief recht schemenorientiert. Im Mittelspiel blitzte bei Malte jedoch auf einmal ungeahnte Kreativität auf. Er legte die gegnerischen Figuren mit einem schönen Springeropfer in Ketten und erhielt einen Freibauern. Er spielte lange Zeit genau, brachte dann ein königliches Damenopfer aufs Brett und … versemmelte es ebenso königlich die korrekte Fortsetzung zu wählen. Die Folge: Steffen Schumann nutze die Gunst der Stunde und konnte die Niederlage durch Dauerschach abwenden.  Dies bedeute für Malte das zwölfte Remis in vierzehn aufeinanderfolgenden Spielen. Mittlerweile kann man dies als einen aus der Mode laufenden Witz bezeichnen...
 
Im zweiten Spiel musste Malte Hentrop mit Weiß gegen Dr. Benedikt Ungar (1627) vom Ligakonkurrenten DSK antreten. Wie erwartet spielte der Delmenhorster auf Maltes 1.e4 das Colorado-Gambit. Auf dieses bereitete sich Malte ausgiebig vor, sodass er halbwegs wusste, was in dieser ungewöhnlichen und eher zweifelhaften Eröffnung zu tun ist. Malte erhielt klaren Eröffnungsvorteil, spielte aber fehlerhaft weiter und schmiss in großzügiger Manier eine Qualle über Bord. Schließlich gehören Quallen ja auch ins Wasser! Zur Überraschung beider - und von Malte in der Form nicht vorhergesehen – bekam Malte dafür allerdings heftigen Angriff. Er begann wieder vernünftiges Schach zu spielen und schickte den gegnerischen Monarchen auf eine lange Reise. Dabei nutzte er den Umstand aus, dass sein Gegner zwar drei Schwerfiguren auf dem Brett hatte, diese sich jedoch alle in irgendwelchen Ecken verkrümelt hatten und somit nicht mitspielten.
 
Das letze Duell gegen den bislang Gruppenführenden Dr. Colin Black (1612) vom TSV Pattensen (holte 2/2) bedeutete das Ausspielen des Gruppensieges im direkten Vergleich. Malte kam mit den schwarzen Steinen in einem Damenbauernspiel gut aus der Eröffnung heraus und erlangte minimalen Stellungsvorteil. Während Malte sich in seiner Stellung wohlfühlte, erkannte sein Gegner welche Möglichkeiten sich für ihn plötzlich auftaten. Er brachte eine kleine, aber feine Kombi auf den Tisch (Läuferopfer auf h7 – klassisch!), gewann einen Bauern und manövrierte Malte in eine wenig beneidenswerte Iso-Stellung + Minusbauern und wenigen Figuren. Dr. Colin Black erhöhte den Druck auf das anfällige schwarze Zentrum, sodass Malte alle Mühe hatte dieses zu halten. Wieder bedurfte es einer miesen Stellung, damit Malte sich sammelte und wieder Ideen präsentierte. Dieses Tat er erfolgreich, indem er die erst recht harmonische Figurenkonstellation seines Gegners zerstörte und den Minusbauern nicht nur zurückgewann, sondern durch das Eindringen seines Turmes auf der zweiten Reihe gleich den nächsten Forkenschwinger einheimste. Für Malte völlig unerwartet verzichtete sein Gegenüber auf einen längeren Kampf in leichter Zeitnot, gab auf und überließ dem Bremer den Gruppensieg. Darüberhinaus durfte Malte sich über einen satten DWZ-Gewinn von 34 Punkten freuen.

Sebastian Wernke-Schmiesing addierte wieder 100 Punkte zu seiner DWZ dazu und spielte bei diesem Quickstep-Turnier erstmals in einer Gruppe, die ihn wirklich forderte. Er bekam stets spannende Spiele aufs Brett, war aber nach einem Sieg gegen Jürgen Tebelmann (1487) vom FC Sulingen und einem Remis gegen Nils Vonhoff (1495) vom Blau-Weiß Buchholz erneut vorne dabei. Im letzten Spiel musste er, nachdem sein punktgleicher Konkurrent seine Partie in der letzten Runde gewonnen hatte unbedingt gewinnen, um den geteilten ersten Platz zu erreichen. Im Endspiel unterliefen ihm allerdings Fehler und so musste er sich Johannes Fritzsche (1482) vom SK Wildeshausen geschlagen geben. Nach zwölf Spielen war dies für Sebastian die erste Niederlage bei einem Quickstep-Turnier! Sieger wurde Nils Vonhoff mit 2,5/3. Sebastian wurde mit 1,5/3 aber immerhin Gruppenzweiter und konnte seine DWZ-Zahl um die 1500 wenigstens bestätigen.

So erwies sich die Quickstep-Serie in der Gesamtheit betrachtet wieder als ein ideales Pflaster für die Findorffer Spieler. Beeidruckend liest sich die Gesamtstatistik: Bei 24 Spielen stehen 16 Siege, 7 Remise und 1 Niederlage zu Buche. In 4 von 6 Fällen wurde der Gruppensieg eingefahren. Hoffen wir, dass es weiter so gut läuft!